Leitungswasserversicherung

Leitungswasser Versicherung

Mit einer Leitungswasserversicherung können Sie sich vor den finanziellen Folgen von Schäden schützen, die durch das Austreten von Wasser aus Zu- und Ableitungsrohren oder angeschlossenen Einrichtungen entstehen.

Ein typischer Fall, in dem eine Leitungswasserversicherung oft sehr nützlich sein kann, ist ein Wasserrohrbruch. Meist beschränkt sich der Schaden nicht auf den nass gewordenen Teppich, sondern auch Böden, Decken und Wände - bis hin zu den Nachbarwohnungen - werden beschädigt. Die Kosten für die Reparatur beziehungsweise die Wiederbeschaffung der zerstörten Gegenstände können schnell sehr hoch sein. Wenn Sie eine Leitungswasser-Versicherung haben, übernimmt diese für gewöhnlich die entstehenden Kosten.

Was ist ein Leitungswasser Schaden?

Ein Schaden durch Leitungswasser liegt vor, wenn Leitungswasser bestimmungswidrig austritt. Das heißt, Wasser tritt aus Zu- oder Ableitungsrohren oder anderen mit dem Wasserversorgungsystem verbundenen Einrichtungen. Mit eingeschlossen sind bei einigen Versicherern auch die Anlagen für die Warmwasserversorgung, Heizungs-, Klima-, Wärmepumpen- und Solarheizungsanlagen. Achtung! Beachten Sie im Einzelfall immer die die genauen Vertragsbestimmungen des jeweiligen Versicherungsunternehmens. Bei vielen Anbietern ist beispielsweise der Wasseraustritt aus wasserführenden Solar- oder Klimaanlagen nicht in der Deckung enthalten.

Bestimmungswidrig ist der Austritt von Leitungswasser dann, wenn es an nicht dafür vorgesehenen Stellen austritt oder für das austretende Wasser kein bestimmungsmäßiger Verwendungszweck vorliegt, Beispiele sind etwa ein undichter Heizkörper oder eine überlaufende Badewanne.

In den meisten Fällen sind auch Schäden infolge von Frost und Bruch bei wasserführenden Installationen und Rohren versichert. Eine Ausnahme bilden Bruchschäden infolge von Korrosion, Abnützung oder Verschleiß.

Wasserdampf und wärmetragende Flüssigkeiten stehen bei den meisten Versicherungen dem Leitungswasser gleichstehend behandelt.

Was leistet die Leitungswasser-Versicherung?

Die Deckungsvarianten in der Leitungswasserversicherung können von Versicherungsanbieter zu Versicherungsanbieter unterschiedliche sein. Die nachfolgende Aufzählung stellt allgemeine Bestimmungen dar. Im Einzelfall können jedoch andere Bestimmungen gelten.
Gedeckt sind Schäden an den in der Versicherungspolizze bezeichneten Sachen, die im Besitz des Versicherungsnehmers stehen.
Auch die Kosten für Aufräumungs-, Abbruch-, Reinigungs- und Abdeckungsarbeiten, die in Zusammenhang mit widerrechtlich ausgetretenem Leitungswasser angefallen.
Ebenso Auftaukosten bei Frostschäden.

Für gewöhnlich sind die versicherten Sachen zu ihrem Neuwert versichert. Das heißt, dass im Schadenfall die Kosten der Neuherstellung beziehungsweise der Wiederbeschaffung der versicherten Sache ersetzt werden.

Was ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen?

Sofern nicht anders vereinbart, sind folgende Schäden nicht in der Deckung einer Leitungswasser Versicherung ausgeschlossen:

  • Schäden durch Plantsch- oder Reinigungswasser
  • Schäden durch Wasser aus Sprinkleranlagen
  • Schäden durch Grundwasser, Hochwasser, Witterungsniederschlägen oder den dadurch verursachten Rückstau
  • Schäden durch Druckproben, durch Umbau oder Reparaturarbeiten am versicherten Gebäude
  • Bruchschäden an wasserführenden Leitungen außerhalb von Gebäuden
  • Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen durch Abnützung, Korrosion oder Verschleiß
  • Bruchschäden an Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen
  • Schäden durch Wasseraustritt aus Fußbodenheizungen, Schwimmbecken sowie wasserführenden Klima- oder Solaranlagen müssen für gewöhnlich explizit in der Polizze erwähnt sein, damit sie versichert sind.
  • Schäden, die vor vereinbartem Beginn des Versicherungsschutzes entstanden, auch wenn sie erst später in Erscheinung treten.
  • Schäden durch Holzfäule, Vermorschung oder Schwammbildung
  • Schäden durch physische, äußere Krafteinwendungen wie Brand, Blitzschlag, Explosion, Erdrutsch, Erdsenkung oder Schäden in Zusammenhang mit Kriegsereignissen
  • Mittelbare Schäden wie etwa Wasserverlust oder Mietentgang

Denken Sie daran, vor Abschluss einer Versicherung stets genaue Erkundigungen einzuholen und einen Versicherugnsvergleich durchzuführen. Im Zweifelsfall gelten immer die mit dem Versicherer vertraglich vereinbarten Bestimmungen.

Pflichten des Versicherungsnehmers

Sowohl vor Eintreten eines Schadens als auch dann, wenn ein Schadenfall eingetreten ist, hat der Versicherungsnehmer einige Pflichten (Obliegenheiten) einzuhalten, damit der Schutz der Leitungswasserversicherung wirksam wird. Bei Nichteinhaltung dieser, nachführend angeführter, Pflichten, bleibt der Versicherer im Schadenfall leistungsfrei, das heißt, er muss nicht zahlen.
Worauf also muss geachtet werden?

Instandhaltung
Die versicherten Sachen, vor allem die wasserführenden Rohrleitungen und damit verbundene Einrichtungen müssen ordnungsgemäß instand gehalten werden.

Maßnahmen bei längerem Verlassen der Gebäude
Befindet sich für mehr als 72 Stunden niemand im Gebäude, so müssen alle wasserführenden Leitungen abgesperrt werden. Schutzeinrichtungen wie Sprinkleranlagen bei Rauch- und Feuerentwicklung oder etwaige Wasseranschlüsse für die Feuerwehr müssen nicht abgesperrt werden. Allerdings sind auch hier geeignete Maßnahmen gegen Frostschäden zu treffen.

Schadenminderungspflicht
Tritt ein Schaden ein, so hat der Versicherungsnehmer dafür zu sogen, dass der unmittelbar drohende Schaden sowie bereits eingetretener Schaden nach Möglichkeit abgewendet wird oder so gering wie möglich bleibt. Es sind dazu Weisungen vom Versicherer einzuholen und zu befolgen.

Schadenmeldungspflicht
Jeder Schaden muss unverzüglich dem Versicherer gemeldet werden.

Schadenaufklärungspflicht
Im Falle eines Schadens ist dem Versicherer die Untersuchung der Ursache und der genauen Höhe des Schadens zu ermöglichen. Dabei hat der Versicherungsnehmer nach Möglichkeit unterstützend mitzuwirken, indem zum Beispiel notwendige Unterlagen oder Gutachten beantragt und ausgehändigt werden.
Der durch den Schaden herbeigeführte Zustand muss unverändert bleiben, bis die Ermittlung des Schadens abgeschlossen ist und der Versicherer seine Zustimmung gibt. Eine Ausnahme bilden Veränderungen im Sinne der Schadenminderung oder wenn im öffentlichen Interesse erforderlich.
 

Die hier angeführten Informationen dienen der Schaffung eines allgemeinen Überblicks. Die Deckungsvarianten einzelner Versicherungsgesellschaften können davon abweichen. Im Einzelfall gelten immer die Bedingungen und vertraglich festgelegten Vereinbarungen des jeweiligen Versicherers.