Privathaftpflicht

Wozu eine Privathaftpflicht?

Kommt durch Ihr Handeln jemand zu Schaden, so haften Sie für den entstandenen Schaden, ganz gleich, ob es sich um einen Sachschaden, einen Personenschaden oder einen Vermögensschaden, der auf einen Sach- oder Personenschaden zurückzuführen ist, handelt und egal, ob sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben.

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Hier einige Beispiele: Sie verursachen als Fußgänger aus Unachtsamkeit einen Verkehrsunfall. Oder Sie verschütten ein Glas Rotwein auf die weiße Ledercouch Ihrer Freunde. Oder Sie schlagen beim Ballspielen versehentlich die große Verandascheibe der Nachbarn ein. Stellt die geschädigte Person Schadenersatzansprüche an Sie, so haften Sie dafür mit Ihrem gesamten Vermögen und bis zur Pfändungsgrenze auch mit Ihrem Einkommen. Haben Sie eine Privathaftpflichtversicherung, so übernimmt diese je nach den Versicherungsbestimmungen Schadenersatzansprüche von geschädigten Dritten sowie die Kosten für die Abwehr von ungerechtfertigten Ansprüchen.
Meist ist die Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung inkludiert.

Versicherungsschutz

Tritt ein Versicherungsfall ein, so übernimmt die private Haftpflicht-Versicherung die Schadenersatzverpflichtungen aus Ansprüchen von geschädigten Dritten. Ferner trägt sie die Kosten für die Feststellung und der Abwehr eines Schadenersatzanspruches, wenn er ungerechtfertigt ist.
Versichert sind Schadenersatzansprüche aus Personenschäden (Tötung, Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung von Menschen), Sachschäden (Beschädigung oder Vernichtung von körperlichen Sachen, nicht aber der Verlust oder die Veränderung von Daten auf elektronischen Datenträgern). Schadenersatzansprüche, die aus dem Verlust oder dem Abhandenkommen von körperlichen Sachen entstehen, sind normalerweise nur aufgrund gesonderter Vereinbarung versichert.

Wer ist versichert?

Die private Haftpflichtversicherung schützt Sie als Versicherungsnehmer, außerdem Ihren Ehepartner oder Lebensgefährten, sofern im gemeinsamen Haushalt wohnend, Ihre minderjährigen Kinder. Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres sind mitversichert, solange sie nicht in einem eigenen Haushalt leben und über ein eigenes Einkommen verfügen. Personen, die aufgrund eines Arbeitsverhältnisses Arbeiten im Haus verrichten sind für gewöhnlich ebenfalls versichert, nicht jedoch Arbeitsunfälle nach dem Sozialversicherungsgesetz.

Wo und wann gilt die Privathaftpflicht-Versicherung?

Sofern nicht anders vereinbart, gilt der Versicherungsschutz aus einer privaten Haftpflichtversicherung für Versicherungsfälle, die in Österreich eingetreten sind. Eine Ausnahme bilden Schadenersatzverpflichtungen gegenüber österreichischen Sozialversicherungsträgern, diese sind meist auch dann geschützt, wenn sich der Versicherungsfall im Ausland zugetragen hat.

Unter Versicherungsschutz fallen in der Regel nur die Versicherungsfälle, die während der Laufzeit des Versicherungsvertrages eintreten und deren Ursache nicht vor Wirksamwerden des Versicherungsschutzes liegt. Fällt die Ursache zwar vor diese Zeit, war dem Versicherungsnehmer aber bis zum Abschluss des Vertrages nicht bekannt, kann je nach den Bedingungen des jeweiligen Versicherers trotzdem Versicherungsschutz gültig werden.
Handelt es sich um einen Personenschaden, so gilt der Versicherungsfall als eingetreten, sobald eine Gesundheitsschädigung durch einen Arzt nachprüfbar festgestellt wurde.

Was ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen?

In einigen Fällen kommt der Versicherungsschutz der Privathaftpflicht nicht zum Tragen. Soweit nicht anders vereinbart wurde, gilt kein Schutz in folgenden Fällen:

  • In der Privathaftpflicht prinzipiell nicht versichert sind Schäden, die aus einer beruflichen, betrieblichen oder gewerblichen Tätigkeit des Versicherten entstehen.
  • Aktive Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen für Schäden, die dem Versicherungsnehmer von einem Dritten zugefügt wurden
  • Schäden, die ein Versicherter selbst erleidet
  • Schäden, die einem Dritten unter Vorsatz zugefügt wurden
  • Ansprüche zwischen Familienangehörigen und Personen, die im selben Versicherungsvertrag als mitversicherte Personen bezeichnet sind
  • Mängel oder Schäden an Gegenständen und Arbeiten, die eine versicherte Person hergestellt oder geliefert hat
  • Schadenersatzansprüche aufgrund von Abhandenkommen von Sachen
  • Strafen und Bußgelder
  • Schadenersatzansprüche aus Schäden, die in Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Kraftfahrzeuges stehen. Hierfür ist die Kfz-Haftpflicht zuständig.
  • Wenn besonders gefahrdrohende Umstände auch nach der Aufforderung durch den Versicherer nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraumes beseitigt wurden

Beachten Sie, dass die genauen Bestimmungen im Einzelfall von den hier genannten Informationen abweichen können. Die Deckungsvarianten der einzelnen Versicherer sind oft sehr unterschiedlich. Erkundigen Sie sich deshalb immer genau, bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden und stellen Sie einen eingehenden Versicherungsvergleich an. Im Zweifelsfall gelten immer die Vertragsbestimmungen des jeweiligen Versicherers.